Qualifizierte Leads - Warum ich einem Kunden gekündigt habe


Der Auftrag klang zunächst einfach

Das Unternehmen ist im Bereich Fahrzeugtransport, Premiumsegment, europaweit tätig. Die Website ist vorhanden, das Budget für Google Ads auch. Der Wunsch: qualifizierte Leads, also konkrete Anfragen von Menschen, die wirklich einen Transportauftrag vergeben wollen. Soweit eine klare Aufgabe.

Doch als ich mir die Website genauer angeschaut habe, wurde schnell klar: Hier stimmt etwas Grundlegendes nicht. Und mit 'etwas' meine ich eigentlich alles, was für eine nachweisbare Lead-Generierung notwendig ist.

Was ich auf der Website vorgefunden habe

Die Telefonnummer war als einfacher Text eingebunden. Es gab nicht mal einen klickbaren Link. Auf dem Desktop vielleicht noch tolerierbar. Auf dem Smartphone, wo ein Großteil der Nutzer heute recherchiert und Entscheidungen trifft, bedeutet das: Der Interessent muss die Nummer abtippen. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Denn jede unnötige Hürde kostet dich potenzielle Kunden.

Das Kontaktformular existierte zwar, gut versteckt, doch nach dem Absenden erschien lediglich eine Inline-Bestätigung auf derselben Seite. Es gab keine eigene Danke-Seite. Was auf den ersten Blick ausreichend wirkt, ist aus Tracking-Perspektive ein ernstes Problem. Ohne eine separate Danke-Seite gibt es keinen sauberen Conversion-Trigger. Das bedeutet: Du kannst nicht zuverlässig messen, ob eine Formular-Einsendung wirklich stattgefunden hat. Google Ads optimiert dann auf Basis von Daten, die entweder fehlen oder schlicht unzuverlässig sind.

Dann gab es noch einen WhatsApp-Button und einen 'Schreiben Sie uns'-Link, der eine E-Mail-Konversation öffnet. Beide Klicks konnten technisch erfasst werden. 

Doch ein Klick ist kein Lead. Ein Klick sagt dir, dass jemand Interesse gezeigt hat. Ob danach eine Nachricht geschrieben, abgeschickt oder gar beantwortet wurde? Das weißt du nicht. Das sieht kein Tool. Das ist vollständig unsichtbar.

Ich habe es mehrfach angesprochen

Natürlich habe ich den Kunden darauf hingewiesen. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern mehrfach. Ich habe mehrere Emails mit konkreten Losungsvorschlagen zugesendet. Die Telefonnummer als klickbaren Link einbinden. Eine Danke-Seite nach dem Formular-Submit einrichten. Idealerweise ein strukturiertes Formular, das bereits bei der Eingabe qualifiziert, also Felder wie Fahrzeugart, Strecke und Wunschtermin abfragt.

Der Aufwand wäre überschaubar gewesen. Die Auswirkungen auf die Qualität der Leads und auf die Messbarkeit der Kampagne nachweislich gestiegen. Doch eine Antwort blieb zunächst aus. 

Dann kam dieser eine Satz

Irgendwann kam die Aussage, die alles verändert hat: 'Überleg dir was mit Google Ads, damit qualifizierte Leads kommen.'

In diesem Moment wurde mir klar, was hier wirklich passiert: Das strukturelle Problem der Website sollte zu meinem Problem werden. Ich sollte Ergebnisse liefern, die die vorhandene Infrastruktur technisch gar nicht bereitstellen kann. Und wenn am Ende keine nachweisbaren qualifizierten Leads da sind, wer tragt dann die Verantwortung? 

Das ist ein Muster, das viele Freelancer und Consultants kennen. Der Kunde delegiert nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung für Dinge, die außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Und wenn du das akzeptierst, sitzt du in der Falle.

Warum ich die Google Ads Betreuung gekündigt habe

Ich habe den Auftrag gekündigt. Nicht aus Frustration, nicht aus Sturheit, sondern weil ich nur dann für Ergebnisse einstehen kann, wenn die Grundlagen stimmen. Das ist kein Luxusanspruch. Das ist die Mindestvoraussetzung für seriöses digitales Marketing.

Google Ads ist ein mächtiges Werkzeug. Aber kein Werkzeug der Welt kann eine fehlende Danke-Seite ersetzen, eine nicht klickbare Telefonnummer ersetzen oder Konversationen in WhatsApp sichtbar machen. Wenn das Fundament nicht stimmt, baust du auf Sand. Und das Geld des Kunden versickert dann mit.

Wer messbare Leads möchte, braucht messbare Kontaktwege. Das ist keine Meinung. Das ist die Voraussetzung.

Was du daraus mitnehmen kannst

Wenn du als Unternehmer oder Selbstständiger qualifizierte Leads über bezahlte Werbung generieren mochtest, dann stell dir vor dem ersten Euro Budget genau diese Fragen:

Sind alle Kontaktwege auf deiner Website klickbar und mobil nutzbar? Gibt es nach jedem Formular-Submit eine eigene Bestätigungsseite, die als Lead getrackt werden kann? Weißt du, welche Anfragen wirklich qualifiziert sind und welche nicht? Hast du ein System, das Leads dokumentiert und nachverfolgbar macht?

Wenn du auch nur eine dieser Fragen mit Nein beantwortest, ist das dein erster Schritt, die Website dahingehend anzupassen. 

Und wenn du schon einen Dienstleister hast?

Dann höre auf ihn oder sie. Wenn dein Consultant oder deine Agentur dir sagt, dass technische Anpassungen notwendig sind, bevor eine Kampagne sinnvoll geschaltet werden kann, dann ist das kein Versuch, mehr Geld aus dir herauszuholen. Das ist Fachkenntnis, die dich vor verschwendetem Budget schützt.

Kein erfahrener Marketingexperte kann Qualität garantieren, wenn die Voraussetzungen fehlen. Und kein seriöser Experte sollte das versuchen. Denn am Ende leidest du darunter: mit leerem Werbebudget und ohne einen einzigen nachweisbaren Lead.

Fazit: Nein sagen ist manchmal die beste Leistung

Die Kündigung für diese Google Ads Betreuung war die richtige Entscheidung. Und ich würde es jederzeit wieder so machen.

Als Consultant stehst du mit deinem Namen für das ein, was du lieferst. Das bedeutet auch, Aufträge abzulehnen oder zu beenden, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Das ist kein Versagen, das ist Professionalität.

Qualität hat ihren Preis. Und manchmal kostet sie den Auftrag. Aber deine Reputation ist mehr wert als jede kurzfristige Zusammenarbeit unter falschen Voraussetzungen.

 

Card image cap
Google Ads Funnel im KI-Zeitalter: Deine Strategie für mehr Erfolg

Google hat sich verändert und zwar dramatisch. Falls du noch mit den alten Google Ads Methoden arbeitest, verschenkst du wahrscheinlich eine..

Card image cap
Google Ads & Newsletter: Das Erfolgsduo für Coaches

Du bietest als Freelancer digitale Dienstleistungen, Online-Kurse oder Coachings an? Dann kennst du sicher das Problem: Bezahlte Ads verschwinden im Feed bzw. laufen nur solange, wie du zahlst. Und nach kurzer Zeit fragst du dich: „Und jetzt?“ Du kannst..

Card image cap
Warum ein Google Ads Budget ab 1000 € im Monat sinnvoll ist

Viele Unternehmen im Mittelstand stehen irgendwann vor der Frage: Wie viel muss ich in Google Ads investieren, damit es sich wirklich lohnt? Eine häufige Annahme: „Lass uns erst mal mit 200 oder 300 € starten – einfach zum Testen.“ Doch genau das ist der Punkt,..

Card image cap
Demand Gen für mehr Leads und weniger Streuverlust

Wenn du mit Google Ads wirklich messbare Ergebnisse erzielen willst, reicht es nicht, einfach nur „irgendwas“ zu bewerben. Was du brauchst, ist ein strategischer Ansatz, der..

Card image cap
Google Ads Kosten - Was kostet Werbung?

In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Struktur von Google Ads Kosten funktioniert, und welche..